Digital in der Kreidezeit. Rollen jetzt die Milliarden

Digital in der Kreidezeit. Rollen jetzt die Milliarden?

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Digital in der Kreidezeit. Rollen jetzt die Milliarden?

Deutschland wird nach Corona digital. Home-Office und Home-Schooling haben landauf und landab als Überlebensstrategie überzeugt. Schulen, Unternehmen und Verwaltungen mangelt es allerdings oft an der Ausstattung. Sie sind digital in der Kreidezeit. Vor allem fehlt es aber an einem bundesweit einheitlichen Digitalisierungs-Konzept. Es würde ja vielleicht Sinn machen, in den Schulen schon für die spätere Ausbildung, das Studium oder den Job in der Wirtschaft und der Behörde oder anderweitig das Basis-Know-how, wie Rechnen, Schreiben und »Digital« mitzubringen.

Alles Gescheite mag schon siebenmal gedacht worden sein.
Aber, wenn es wieder gedacht wurde,
in anderer Zeit und Lage,
war es nicht mehr dasselbe.

– Ernst Bloch

Die Wirtschaft und die Unternehmen fordern mehr »Digital« obwohl sie selbst auch noch erheblichen Nachholbedarf haben, wie die aktuelle Corona-Pandemie brutal offen und wertneutral aufzeigt.

Um den Job eines Bildungs- oder Wirtschaftsministers muss derzeit keiner beneidet werden. Die Milliarden sitzen locker, der «Lockdown« wird langsam, aber stetig aufgelöst. Rückschläge sind einkalkuliert.

Ist Digitalisierung ein Geld-Problem
Ist Digitalisierung ein Geld-Problem?

»Ist Digitalisierung ein Geld-Problem?«

Bisher wurde es uns so von der Politik, den Kultusministerien der Länder und den Unternehmen verkauft, einzelne Musterschulen und Betriebe mal ausgeschlossen.

Aber ist Digitalisierung nicht längst einer der Standards in der Welt, wenn Jugendliche schon ihre eigenen Accounts auf Facebook, Instagram & Co. haben, bevor sie die Schulen verlassen. 

Die Digitalisierung betrifft jeden! Dies sollte nun spätestens mit der Corona-Krise in der ganzen Welt bewusst sein. 

Bisher haben wir geglaubt, die Welt, unsere Bildungssysteme und die Wirtschaft, speziell in unserem Land, funktionieren perfekt und sind krisensicher für alle Eventualitäten aufgestellt. 

Das war ein Irrtum, wie ein kleines unsichtbares Coronavirus binnen ein paar Wochen aufgezeigt hat!

Millionen von Menschen ohne Geldreserven oder Anspruch auf Kurzarbeitergeld und staatliche Beihilfen laufen Gefahr, ihren Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten zu können. Hilfsbedürftige Personen mit gesundheitlichen und anderen Handicaps sowieso.

Der Corona-Shutdown zeigt auf
Schule fällt noch bis Sommer aus!

»Schule fällt noch bis Sommer aus!«

Schule fällt noch bis Sommer zu 50 Prozent aus. 

Schulleitungen und Lehrer versuchen sich nun in analoger Improvisation, durch z.B. Einrichtung von »Einbahnstraßenverkehr« und 50 Prozent-Besetzung von Klassenzimmern und rollierenden Lernplänen wieder an den Normalzustand heranzumogeln. 

Wenn ihnen das gelingt, was die einen begrüßen und die anderen befürchten, wird die Digitalisierung 4.0 einmal wieder in Deutschland auf später verschoben werden. Eigentlich sind wir ja noch nicht einmal bei 1.0 angekommen, wie der »Lockdown« zeigt.

Eltern und Schüler sind auf sich gestellt, Kitas sowieso. 

Und irgendwann kommen dann diese Schüler als Azubis bei den Unternehmen an, oder gar als fertig Studierte, die am digitalen Arbeitsplatz nicht wissen, wie sie produktiv werden können …

Hat der Mittelstand die Digitalisierung verpennt

»Hat der Mittelstand die Digitalisierung verpennt?«

Die Corona-Aufarbeitung der Anzahl der Insolvenzen hierzulande steht noch aus. Digitalisierung hat viele auch in der Krise nur genervt.

Betrachtet man die Arbeitslosenzahlen vom 30. April 2020, dann liegt die Vermutung nahe: Ja, zumindest KMU-Unternehmen bis 249 Beschäftigte haben ihre Prozesse und Kundenbeziehungen nicht digital in ihren Geschäftsmodellen abgebildet.

Die Frage, die sich aber Vorab stellt, lautet: Wer ist denn überhaupt »Der Mittelstand«?

Über 90 Prozent der kleinen und mittleren mittelständischen Unternehmen in Deutschland (ca. 3,5 Mio.) sind sogenannte »KMUs«, Unternehmen bis 249 Beschäftigte:

  • Unternehmen 0 – 9 Beschäftigte, ca. 3,1 Mio.
  • Unternehmen 10 – 49 Beschäftigte, ca. 0,3 Mio.
  • Unternehmen 50 – 249 Beschäftigte, ca. 0,07 Mio.

Von den 3,1 Mio. Unternehmen mit 0 – 9 Beschäftigten haben viele sogar nur ein oder zwei Angestellte, Inhaber*in schon eingeschlossen.

Der Rest von ca. 15.000 Unternehmen hat mehr als 250 Beschäftigte.

Quelle: Statista, Stand 03/2019

Noch nicht einmal 1.000 Unternehmen haben mehr als 2.500 Beschäftigte. 

100 Unternehmen davon sind vielleicht als Konzerne mit mehr als 10.000 Beschäftigten zu bezeichnen. Aber auch darunter sind Unternehmer, die sich selbst als Mittelstand bezeichnen.

Wenn es mir gelungen ist, Sie mit diesen Zahlen zu verwirren, dann freut es mich trotzdem, dass Sie bis hierhin weitergelesen haben. Ich habe mir einfach mal für einen Abschnitt erlaubt, die lobbyistische Brille für die Mehrheit der Unternehmen (KMU) in Deutschland aufzusetzen.

Dass die Milliarden noch nicht fließen, könnte ein Segen für uns sein!

Bevor nicht die elende Diskussion um den »German Mittelstand« (eine der teuersten Marke in der Welt) zu Ende geführt ist, werden wir in Deutschland auch keine Antwort auf die Frage bekommen: »Hat der Mittelstand die Digitalisierung verpennt?«

Eigentlich ist es auch egal. 

Andere Fragen, sind augenblicklich für mindestens 3,1 Mio. Unternehmer*innen und 2,6 Mio. Arbeitslose interessanter, z.B.:

Wovon kann ich morgen meine Miete, meinen Lebensunterhalt und meine Familie ernähren?»

Digitalisierung ernährt nicht meine Kinder! 

Kredite führen mich nur noch weiter in die Verschuldung!

Als »Babyboomer« oder Minijobber wartet keiner auf mich!

… und mehr solcher «Hilferufe« von verzweifelten Menschen können Sie live im Radio, TV oder im Internet und auf Social Media bei den täglichen Corona-Reportagen verfolgen. 

Ich berichte hier von der Sozialen Marktwirtschaft in Deutschland!

Was ist ein Social Media Corporate Blog
Digital in der Kreidezeit bleiben oder Neuwagenprämie?

Digital in der Kreidezeit bleiben oder Neuwagenprämie?

Einige der »TOP 100 Unternehmen« sind sich seit letzter Woche wieder einig. Vor allem die Autoindustrie und die Industrie meldet sich lautstark zu Wort: 

»An uns führt kein Weg vorbei! Wir brauchen Unterstützung.«

Mittelstandsvereinigungen erscheinen eher in den TV-Nebenprogrammsendern, online sind sie oft so zersplittert und werden kaum von einer relevanten Mehrheit in der Bevölkerung wahrgenommen.

Themen wie Digitalisierung müssen warten. 

»Machen wir doch schon!« Na klar. Die TOP 100 sind schon heute gut aufgestellt. Und der Rest der Volkswirtschaft?

Ist das so? Warum brauchen dann gerade diese leistungsstarken Konzerne jetzt so viel Unterstützung vom Staat? Warum werden Vorstandsbezüge in Millionenhöhe ausgezahlt? Weil es rechtlich so ist. Familienunternehmer retten ihre Unternehmen jetzt auch durch Verzicht auf Gehalt und durch Einbringung von Eigenkapital, oder haften sowieso als »Kaufmann«?

Es ist nur menschlich und natürlich, dass jetzt alle nach dem »Lockdown« etwas vom Geldsegen abbekommen möchten. Nur wer braucht es wirklich, heute, am nötigsten? Welche Vorstände haben in der Presse freiwillig verzichtet auf die Auszahlung ihrer Tantiemen vom lukrativen Vorjahr 2019? Und welche von diesen Persönlichkeiten fordern jetzt Beteiligung vom Staat ohne »Mitspracherecht«?

Vielleicht hat das Coronavirus es ja jetzt endgültig geschafft, die Welt digital und durch »Social Media« »wach zu küssen«? 

Denn eines ist sicher: »Alles ist digital«. 

Möglicherweise fließen die Milliarden diesmal nicht nur zu den Empfängern unseres Landes von gestern, sondern auch in hoffnungsvolle Branchen wie zum Beispiel »erneuerbare Energien«, »Digitalisierung«, »Bildung«, Subventionierungsprogramme für »Minijobber«, »Babyboomer«, »Startups und KMUs«, »Freie Berufe« und viele Menschen, die ich hier nicht alle aufzählen kann.

Neustart. Kopplung Milliardensubventionen an Auflagen
Neustart: Kopplung Milliardensubventionen an Auflagen

»Neustart: Kopplung Milliardensubventionen an Auflagen«

Vielleicht hat das Coronavirus es ja geschafft, die Welt (analog und digital) »wach zu küssen«? 

Warum soll denn nicht der ein oder andere Konzern 1 Milliarde bekommen und dafür 10.000 »Babyboomer« einstellen und umschulen müssen? 

Warum sollen denn die öffentlichen Verwaltungen, Schulen und sonstigen Bildungs- und Kulturstätten nicht 1 Mio. Arbeitslose ausbilden und beschäftigen müssen, die heute als Minijobber oder Langzeitarbeitslose sowieso unterstützt werden müssen, da sie sonst auf der Straße landen?

Was ist mit den Schulen, Unis und sonstigen Bildungs- und Kulturstätten? Warum soll es nicht Pflicht werden, auch hier 500.000 Digitalisierungs- und Social Media-Expert*innen einstellen zu müssen? Oder wollen das die Lehrer machen – und sind sie dazu ausgebildet?

Was ist mit den sozialen Pflege- und Krankenanstalten? Warum soll es nicht für 1 Mio. Personen einen Sonderetat geben. Die Kulturstätten könnten vielleicht auch 500.000 Langzeitarbeitslose aufnehmen und sinnvoll einsetzen zum Wohle der Besucher.

… was auch immer! 

Influencer Marketing nutzen
»Digital aus der Kreidezeit. Milliarden gegen die Arbeitslosigkeit!«

»Digital aus der Kreidezeit. Milliarden gegen die Arbeitslosigkeit!«

Das die Milliarden hoffentlich nicht zu schnell fließen, könnte ein Segen sein. Denn dann wird es wieder den ein oder anderen forschen Ministerpräsidenten geben, der schnell mal Arbeitsplätze seiner TOP-Kandidaten erhält, weil der Druck zu groß wurde, oder demnächst Wahlen anstehen.

Nächstes Jahr fallen dann möglicherweise genau diese Arbeitsplätze zu Zehntausenden weg, weil die globale Digitalisierung, Umweltschutzbedingungen oder andere Veränderungen nach Corona das Weltgefüge neu sortieren.

Digital aus der Kreidezeit bedeutet im übertragenen Sinne vielleicht auch einmal Zielsetzungen und Aufstellung einer neuen mathematischen Gleichung für Vorstände und Entscheider, wie:

1 Milliarde Euro Rettungspaket = 10.000 Langzeitarbeitslose übernehmen! 

Geht nicht? Es gibt nicht genug Qualifizierte? Zu alt? Zu Jung? … Alles Ausreden. Dann gibt es eben keine Milliarden, sondern weniger …

Alternativ können wir sicher weiter erfolgreich unseren Föderalismus leben.

Andersherum ist eine weltweite Krise auch für unser Land eine einmalige Chance sich z.B. von 16 Kreidezeit-Länder-Kultusbehörden und einem Bundesministerium zu verabschieden.

Egal ob Bildungs-Kleinstaaterei oder Wirtschafts-Präsidententum, Digitalisierung böte die Chance für uns alle über unsere Schatten zu springen und nebenher auch Vollbeschäftigung bis 65 Jahre und darüber hinaus zu bekommen.

Persönliche Ziele erreichen
»Jedes Bundesland geht seinen eigenen Weg«

»Jedes Bundesland geht seinen eigenen Weg«

Jedes Bundesland geht seinen eigenen Weg aus der »Kreidezeit«.

Wer schon einmal umgezogen ist, bemerkt manchmal die unterschiedlichen Erfolge. 

Junge Menschen bilden sich schon längst ihr Urteil »digital« im Internet. Aber auch die »Babyboomer« sind zu 60 – 80 Prozent im Web unterwegs.

Es gibt gute TV- und Radiosendungen. Es gibt seriöse Informationen im Web und auf Social Media und doch hat der Staatsschutz gut zu tun, unnützen Schrott bis hin zur gezielten Fehlformation im Internet zu beobachten.

Change-Management
Change-Management

Fazit:

In Deutschland sprachen wir vor der Corona-Krise gern vom Fachkräftemangel. Stimmt das überhaupt so? 

Brauchen wir nicht schon längst ein sozial gerechteres »Change-Management«?

Deutsche Lehrpläne konzentrieren sich auf Kompetenzorientierung und Spezialistentum. Auf diese Weise werden auch Lehrer und Ausbilder zu bloßen Konsumenten von digitalen Techniken und Botschaften.

»Digital« als Lehrfach steht hierzulande kaum auf dem Stundenplan. In aller erster Linie denken hier viele an die Risiken, wie z.B. Datenklau.

»Digital« bedeutet für Viele, auf Smartphones und iPads herum zu wischen.

Der «Corona Lockdown« scheint in Deutschland ab dem 6. Mai überwunden zu sein. Menschen möchten an Perspektiven glauben!

Kommt jetzt eine Digitaloffensive und Vollbeschäftigungs-Garantie für alle, »Babyboomer«, »Minijobber« und »Langzeitarbeitslose« eingeschlossen?

Bleiben wir digital in der Kreidezeit, rollen jetzt die Milliarden? Wer bekommt Staatshilfen bedingungsfrei und wer mit Vorgaben? Im Moment ist alles offen.

Oder, was denken Sie?

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