Babyboomer. Zeit für Klarheit

Babyboomer: Zeit für Klarheit. Droht das Abstellgleis?

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Klarheit beginnt – im Kopf. Das ist manchmal gar nicht so einfach in einer immer komplexer werdenden Welt zu realisieren. Arbeitnehmer über 50 Jahren müssen sich in Deutschland zunehmend Sorgen machen, und das nicht erst seit der Corona-Krise. Am 30. April wurden 2,6 Mio. Arbeitslose gemeldet. Davon sind etwa eine dreiviertel Million Dauerarbeitslose, »Babyboomer« zwischen 55 – 65 Jahren.

Gehört man mit 55 in Deutschland aufs Abstellgleis? In diesem Beitrag gehe ich einmal dieser Frage nach, der sich viele arbeitswillige »Babyboomer« schon seit längerem stellen.

Trotz intensivster Bemühungen, hunderten von Bewerbungen, Coaching- und Weiterbildungsmaßnahmen, teilweise durch die Bundesagentur für Arbeit gefördert und tausenden von offenen Stellenangeboten auf den unterschiedlichsten Portalen, gibt es seit Monaten keine Chance weiterarbeiten zu dürfen.

Zu größerer Klarheit über seine Gedanken gelangt man, 
indem man sie anderen klar zu machen sucht. 

– Joseph Unger

»»Babyboomer: Zeit für Klarheit. Droht das Abstellgleis?««

In der Tat liegt die Vermutung sehr nahe, das heute 30 – 40 jährige Entscheider Menschen über 55 Jahren keinen Job mehr zutrauen. Viele vergessen wahrscheinlich, dass sie in zehn Jahren selbst zu dieser Altersgruppe gehören!

Am 30.04.2020 betrug die Zahl der 55 – 65 Jahre alten Arbeitslosen in Deutschland 850.898 Personen. Die Zahl wird sich in der Corona Krise kaum verringern, hat zum letzten Monat um 70.000 (!) Babyboomer zugenommen.

Corona macht vielen Arbeitnehmern und Unternehmern gerade so richtig bewusst, was es heißt, unverschuldet von jetzt auf gleich am sozialen Abgrund zu stehen!

»Eingliederungszuschuß für Arbeitslose 50+«

Diejenigen, die schon seit Monaten oder vielleicht auch schon seit Jahren keine Möglichkeit mehr haben, sich in den Dienst von Unternehmen und der Volkswirtschaft zu stellen, erfahren jetzt plötzlich Sympathie: »Jetzt wissen wir erst, wie du dich fühlst!« kommt es aus dem Mund der Kurzarbeiter oder Home-Office-Arbeiter.

Die Bundesagentur für Arbeit gewährt für diese Klientel schon länger einen sogenannten »Eingliederungszuschuß«. Die Umstände sind sehr komplex und je nach Situation unterschiedlich anzuwenden. Es handelt sich um eine »Kann-Regelung« und könnte vielleicht auch jetzt zu Corona-Zeiten für Unternehmen und Langzeitarbeitslose eine neue Hoffnung sein, nachhaltig neue Wege zusammen zu gehen.

»Beispiel: Förderscheck für einen Eingliederungszuschuss«

So ähnlich und noch mehr steht es auf einem Förderscheck. Diese sind oft auf drei Monate bis zum nächsten Gespräch beim JobCenter befristet. Auskünfte dort, meistens über die Hotline des Arbeitgeber-Service (für Hannover 0800/4 55 55 20, kostenlos):

»Mit einem solchen Förderscheck bestätigt die zuständige Agentur für Arbeit, dass bei der Einstellung von Frau / Herr Arbeitswillig in ein versicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis mit einer Wochenarbeitszeit von mindestens 15 Stunden – auf Antrag – die befristete Zahlung eines Zuschusses zum Arbeitsentgelt in Frag kommen kann, sofern der/die Arbeitnehmer/in in Bezug auf die zu besetzende Stelle eine intensivere Einarbeitung benötigt.

Dieser Förderscheck hat nicht den Charakter und die Rechtsqualität eines Bewilligungsbescheides. Er stellt keine Zusicherung im Sinne des § 34 Sozialgesetzbuch Zehntes Buch (SGB X) dar und ist nicht übertragbar.

Es erfolgt in jedem Fall eine Prüfung in Bezug auf den konkret angebotenen Arbeitsplatz anhand eines Fragebogens…

Dieser Förderscheck ist (beispielsweise) gültig vom 20.02.2020 bis 20.04.2020«
Quelle: Förderscheck des Autors

»Babyboomer. Zeit für Klarheit«

Je klarer wir innerlich sind, umso stärker ist unsere Wirkung nach außen. Klarheit zieht Klarheit an – Unklarheit zieht Unklarheit an.

Gehen Sie mal in diesen Zeiten so gegen 10 Uhr am Vormittag durch die Stadt oder fahren mit Bus und Bahn. Wenn Sie darauf achten, wird es Ihnen wahrscheinlich auch auffallen, und Sie fragen sich möglicherweise: Wie kann es sein, dass so viele 55 – 65-jährige zum Shoppen flanieren oder auf den Parkbänken sitzen?

Gerade jetzt, wo viele Geschäfte wieder öffnen dürfen! Wie kann das sein? Diese Menschen müssten doch zuhause im Home-Office sitzen und »arbeiten«, fällt Ihnen vielleicht spontan ein. Die können doch nicht alle im Vorruhestand sein, oder?

Erwarte nichts.
Heute: Das ist dein Leben.

– Kurt Tucholsky

»Babyboomer. Droht das Abstellgleis?«

Gerade die Generation der sogenannten »Babyboomer« (geboren zwischen 1946 und 1964, haben das Wirtschaftswunder erlebt und gehören zum geburtenreichsten Jahrgang.

Nach jahrzehntelangem Aufbau eigener Karrieren, Familien, Unternehmen und unserer Volkswirtschaft droht denjenigen, die nicht rechtzeitig bis 50 Jahre vorgesorgt haben, immer öfter sogar Hartz IV und vorher die Privatinsolvenz.

Die betroffenen Personen stellen sich nach Jahren der vergeblichen Arbeitsplatzsuche berechtigt die Frage: »Droht das Abstellgleis?«

Einige waren selbst jahrelang in Führungspositionen mit Personalverantwortung und haben Mitarbeiter von 18 – 60 Jahren eingestellt. Zugegebener maßen war es auch schon vor 15 bis 20 Jahren schwer, als Manager seiner Geschäftsführung klar zu machen, warum man auf einem gesunden Mix in der Personalstruktur setzt. Eben weil Agilität, Erfahrung, Beharrlichkeit, neue Wege zugehen und viele andere Eigenschaften nicht in ein und demselben Mitarbeiter zu finden sind. 

Praktiker werden genauso gebraucht wie innovative Auszubildende, Studenten und Querdenker. Das war gestern so und ist es heute während einer in diesen Ausmaßen noch nie dagewesenen weltweiten Krise um so wichtiger. 

Das Überleben von Unternehmen ist (auch) abhängig vom gesunden Personal-Mix!

Einige Babyboomer fassen nun neue Hoffnung. Andere geben nun vollkommen auf. Keiner weiß wohin der Zug fährt. Keiner!

Klar zu sein ist heute schon fast wieder ein Alleinstellungsmerkmal. Die vernetzte Informationsgesellschaft und die globalen Medien möchten uns weißmachen, dass wir nun endlich jederzeit Klarheit haben – weil wir nun alles wissen können, dank Handy für »JederMann« und »JederFrau.« Aber! Müssen wir wirklich alles wissen, um Klarheit zu bekommen? Wann wollen wir dann klar werden und uns Zeit für Klarheit nehmen?

Babyboomer. Best Ager sind im Vorteil
Babyboomer. Best Ager sind im Vorteil

»Babyboomer. Best Ager sind im Vorteil!«

Zeit für Klarheit bedeutet Lebensqualität. Klare Kommunikation gehört unabdingbar dazu. 

»Babyboomer« müssen sich in vielen Fällen nichts mehr beweisen. Sie werden auch als »Best Ager« bezeichnet. Warum ist das so? Die Bezeichnung hat die Gesellschaft erfunden, nicht sie selbst.

Klarheit bedeutet für sie, sicher und authentisch zu sein – konsequent die Dinge zu erkennen und zu tun, die gemacht werden müssen. Sie wissen, dass es jetzt auf jeden Einzelnen ankommt. Sie können Teams befähigen an ihre Stärken zu glauben und ihre Ängste zu überwinden.

Dazu braucht man das Vertrauen in sich selbst und andere. Dazu gehört ebenso das Wissen, es schon oft im Leben am Schluss des Tages geschafft zu haben. Klarheit. Neue Projekte wagen. Neue Wege gehen! Manch einer wird jetzt vielleicht denken: Wo kommen wir denn damit hin? 

Ich kann Ihnen versichern: »Genau dahin, wo SIE hinwollen!«

»Babyboomer« sind im Vorteil. Sie wissen, wie Erfolg aus dem Nichts heraus aufgebaut wurde. Viele haben es mit ihrer Lebensleistung schon bewiesen und stehen in den Startlöchern, die Corona-Krise mit zu besiegen. Sie wissen, dass viele materielle Reichtümer vergänglich sind. Sie haben das »Jahr 2000« und den »Mauerfall« mitgestaltet. Die Welt ist nicht stehen geblieben oder es gab auch keinen weiteren Weltkrieg. Es hat funktioniert!

Fazit:

Wo Klarheit zu einer Haltung wird – Lebenshaltung -, da entsteht eine neue Welt, wo alle gemeinsam arbeiten und leben dürfen.

Die absolute Klarheit – es gibt sie nicht. Wir alle wollen Klarheit, unsere Klarheit. Die anderen wollen auch Klarheit, ihre Klarheit. Manchmal reicht es schon, Klarheit über unsere und andere Klarheiten zu bekommen, um gemeinsam sicher zu wissen, welche Standpunkte wir gemeinsam vertreten können, und wo wir andere Meinungen über unsere Welt haben.

Die Zahlen vor Corona sagen klar: 

»Wir stellen Menschen auf das Abstellgleis!«

Die Zahlen nach Corona sagen klar: 

»Wir alle sind verantwortlich!«

Was also bleibt uns? Alle Dinge sind im ständigen Wandel. Das Leben besteht aus WachsTun und permanenter Veränderung, neuen Beobachtungen, Erkenntnissen und Gedanken. 

Klarheit bedeutet in jedem Fall, eigenständig zu denken und über unsere Ideen gemeinsam zu leben miteinander zu reden. Alle Klarheiten beseitigt? – Gern lese ich Ihre Kommentare dazu.

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